Stellen Sie sich vor, Sie sitzen in einem Meeting und immer wieder fällt Ihnen ein Kollege auf. Bei jedem Argument kommt von seiner Seite: „Ja aber“.

Sie sind völlig genervt. Es kommt Ihnen in den Sinn, was Sie heute noch alles auf dem Zettel haben und das Sie sich eigentlich erhofft hatten, das Thema endlich abschließen zu können. Dieser „Ja, aber Kollege“, macht alles zu Nichte.

Ärger steigt in Ihnen auf und kurzerhand schreien Sie den Kollegen an. Er soll sich endlich der Meinung anschließen oder den Mund halten. Die Situation eskaliert. Ihr ganzer Ärger entlädt sich. Ein Wort gibt das andere. Sie sagen Dinge die Sie eigentlich gar nicht sagen wollten. Im Nachhinein tut Ihnen Ihr Verhalten leid, doch die Beziehung zu dem Kollegen hat Schaden genommen.

Es gibt 5 Kompetenzen, die uns befähigen mit unseren Gefühlen sicher umzugehen. Selbstbewusstsein, Selbstakzeptanz, Selbstkontrolle, Selbstabfrage, Selbstdarstellung

Heute möchte ich mich dem Selbstbewusstsein widmen.

Selbstbewusstsein sich seiner selbst bewusst sein, ist die Fähigkeit zu wissen, was gerade in einem passiert. Empfindungen sichern unser Überleben. Sie haben Hinweischarakter. Emotionale Reaktionen geben uns darüber Auskunft welche subjektive Bedeutung die Situation, in der wir uns gerade befinden, für uns hat. Ist sie angenehm oder unangenehm? Fühlen wir uns den Anforderungen der Situation gewachsen oder stellt sie eine Bedrohung dar?

Wenn wir diese Hinweise erkennen und richtig zu deuten wissen, gewinnen wir daraus wertvolle Erkenntnisse für einen angemessenen Umgang mit der Situation.

Je weniger aufmerksam Sie sind, je weniger Sie Warnsignale wahrnehmen können, desto schneller lassen Sie sich von Ihren Gefühlen überrennen und reagieren aus einem unbewussten Impuls heraus.

Anstellen von: Ich habe eine Empfindung, hat die Empfindung Sie.

Schulen Sie Ihre Wahrnehmung, indem Sie Ihre Gefühle bewusst wahrnehmen und benennen.

Halten Sie einen Augenblick inne. Schließen Sie die Augen und  konzentrieren Sie sich auf Ihre Atmung. Entspannen Sie sich und kommen Sie zur Ruhe.

Nun richten Sie Ihre Aufmerksamkeit auf Ihre Gedanken. Welche Gedanken gehen Ihnen gerade durch den Kopf? Versuchen Sie zu spüren, welches Gefühl Sie mit diesen Gedanken verbinden. Ist es Ärger, Freude oder Traurigkeit.

Bennen Sie dieses Gefühl.

Gehen Sie nun mit Ihrer Konzentration wieder hin zum Atem und beobachten Sie, ob sich die Gefühle verändern. Nehmen Sie die Position des Betrachters ein und lassen Sie das Gefühl los. Beenden Sie diese Übung mit einigen bewussten, tiefen Atemzügen.

Wenn Sie das nächste Mal fühlen, dass Ärger in Ihnen aufsteigt. Fragen Sie sich, was ist es an der Situation, was mich ärgert. Und sagen Sie es Ihrem Gegenüber.

ZB. Herr Kollege, ich habe beobachtet, dass Sie in der letzten Stunde bei jedem Argument das vorgetragen wurde, einen Einwand hatten. Das verärgert mich, weil ich heute eine Entscheidung zu diesem seit Wochen diskutierten Thema erreichen möchte. Ich bitte Sie konstruktive und zielführende Vorschläge zu unterbreiten oder einen Kompromiss zu finden.

Foto: Barbara Eckholdt / pixelio.de

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