Damit Ihre „Alten“ nicht zum alten Eisen gehören“

Wie Sie durch Alternsgerechte Arbeitsbedingungen die Leistungsfähigkeit nicht nur der Jungen, sondern auch die der „Silberrücken“ sichern

 

Egal ob jung oder alt – wenn Sie die Arbeitsbedingungen optimieren, haben Sie viele Vorteile:

Ihre Arbeitskräfte bleiben Ihnen länger erhalten.
Fehlzeiten und Frühverrentungen werden reduziert.

Die Identifikation mit dem Unternehmen steigt.
Ihre Mitarbeiter sind motivierter und erwirtschaften höhere Gewinne.

 

Tipp Nr. 1: So fördern Sie Sicherheit und Gesundheit

Die Gesundheit Ihrer Mitarbeiter ist Ihr größtes Kapital. Der Arbeitsplatz sollte daher so gestaltet sein, dass es Möglichkeiten zur Bewegung gibt. Darüber hinaus ist auf Ergonomie zu achten. Faktoren wie Lärm, zu hohe oder zu niedrige Raum-Temperaturen oder schlechte Lichtverhältnisse sollten berücksichtigt werden. Bereits durch geringfügige bauliche oder arbeitsschutzrechtliche bzw. arbeitsmedizinische Maßnahmen können Sie die Arbeitsplätze optimieren.

Vermeiden Sie zu starke körperliche Belastungen Ihrer Mitarbeiter. Dabei ist wichtig, dass sowohl bei jungen als auch bei älteren Arbeitnehmern Arbeitsschutz und Gesundheitsschutz beachtet werden.

Auch psychische und soziale Belastungen sollten reduziert werden: Hierzu gehören Stress, Über- oder Unterforderung, Zeit- und Leistungsdruck, Arbeitsverdichtung und Mobbing. Um Stress zu reduzieren, das Wohlbefinden Ihrer Mitarbeiter zu fördern und den Krankenstand zu minimieren, können Sie unter anderem Folgendes tun:

  • Sorgen Sie für ausreichend Handlungs- und Entscheidungsspielräume
  • Fördern Sie die Unterstützung durch Kollegen und Vorgesetzte
  • Geben Sie Freiräume für Lern- und Entwicklungsmöglichkeiten
  • Setzen Sie auf die Vollständigkeit von Arbeitsaufgaben
  • Zeigen Sie Anerkennung und Wertschätzung
  • Machen Sie Entscheidungen transparent
  • Geben Sie klare Zielvorgaben
  • Stellen Sie anforderungsgerechte Aufgaben

Tipp Nr. 2: Optimieren Sie Arbeitsorganisation und Arbeitsgestaltung

Belastungen, die einen negativen Effekt auf die Gesundheit Ihrer Mitarbeiter haben, resultieren z.B. aus Arbeitszeitregelungen – insbesondere starr vorgegebene Arbeitszeiten sowie Nacht- und Schichtarbeit.

Stattdessen sollte, wenn dies möglich ist, zu Selbstorganisation von Aufgaben und Arbeitszeit tendiert werden. Zudem empfiehlt es sich, die Arbeitszeit und die Regelung von Pausen angemessen zu gestalten: Lieber mehrere kürzere statt einer langen Arbeitspause.

Zudem müssen die Aufgaben stimmen: Mitarbeiter wollen immer wieder gefordert werden – mit variierenden Aufgaben. Dies sorgt für kontinuierliche Motivation. So können Sie sicherstellen, dass Mitarbeiter Veränderungsprozesse mitgestalten und Neuem gegenüber offen bleiben. Idealerweise wechseln Sie deshalb zwischen kreativen und problemlösenden Tätigkeiten. Auch sollten Formen der Mischarbeit angestrebt werden. Zum Beispiel:

  • Arbeitsplatzwechsel: Lassen Sie Beschäftigte mit ähnlicher Qualifikation auf verschiedenen Arbeitsplätzen mit variierenden Aufgaben rotieren.
  • Arbeitserweiterung: Fassen Sie verschiedene Tätigkeiten eines Qualifizierungsniveaus an einem Arbeitsplatz zusammen.
  • Arbeitsanreicherung: Fassen Sie verschiedene Tätigkeiten unterschiedlicher Qualifizierungsniveaus an einem Arbeitsplatz zusammen.
  • Teambildung und Mentoring: Lassen Sie einzelne Mitarbeiter Wissen und Erfahrungen weitergeben.
  • Gruppenarbeit: Geben Sie mehreren Mitarbeitern eine Aufgabe, die sie als Gruppe lösen sollen. Speziell Teams, Mentoring und Gruppenarbeit motivieren ältere Mitarbeiter enorm: Sie können hier Erfahrungswissen an Jüngere weitergegeben. Dadurch bekommen sie Wertschätzung und steigern gleichzeitig das firmen-interne Know-how.
  • Nutzen Sie die Vorteile älterer Arbeitnehmer: Geben Sie ihnen Aufgaben, die sie besser als jüngere Mitarbeiter erledigen können. Hierzu gehören Arbeiten, die selbstständig zu bearbeiten sind und die sie sich frei einteilen können. Außerdem sind Senioren bei komplexen Tätigkeiten und bei Aufgaben, die soziale Kompetenzen erfordern, besser geeignet als junge Mitarbeiter.

Tipp Nr. 3: Darauf sollten Sie bei Unternehmenskultur und Führung achten

Sorgen Sie für eine Unternehmenskultur, die Jung und Alt gleichermaßen anerkennt und wertschätzt. Schulen Sie Ihre Führungskräfte dementsprechend. In vier Bereichen können Sie besonders dafür sorgen, dass Ältere ihre Vorgesetzten und das Unternehmen als qualitativ hochwertig bewerten:

  • Einstellung gegenüber dem Alter: Schauen Sie auf die vielen Vorteile, die Senior-Experten Ihrem Unternehmen bringen. Mit dieser Einstellung werden Sie das Beste aus diesen Experten herausholen – zum Gewinn für die Mitarbeiter und für Ihr Unternehmen.
  • Bereitschaft zur Kooperation: Beim Führungsstil sollte Älteren gegenüber ein partizipativer oder kooperativer Führungsstil gewählt werden. Setzen Sie Mitarbeiter über Entscheidungen in Kenntnis. Geben Sie Ihnen die Möglichkeit, eine Meinung zu äußern, bevor der Vorgesetzte eine Entscheidung trifft. Idealerweise entscheiden Mitarbeiter und Vorgesetzter zusammen über Vorgehen und Aufgaben. Es ist gerade bei älteren Mitarbeitern wichtig, einen Führungsstil zu wählen, der größere Freiräume einräumt.
  • Kommunikation ist essenziell: So sollte zum Beispiel über Arbeiten im Vorfeld gesprochen werden. Es gilt, Ziele und Bearbeitungskriterien zu benennen, damit diese für alle transparent werden. Auch sollten Vorgesetzte nicht zu sparsam mit Lob sein.
  • Setzen Sie auf individuelle Arbeitsplanung: Senior-Experten beweisen ein hohes Maß an selbstständiger Arbeitsleistung. Werden Sie dem gerecht: Geben Sie Freiräume für individuelle Planung und personenbezogenes Zeitmanagement.

Tipp Nr. 4: Bieten Sie Qualifikation, Weiterbildung und lebenslanges Lernen

  • Lernfähigkeit erhalten: Auch ältere Mitarbeiter sind lernfähig und sollten kontinuierlich weitergebildet werden – das motiviert. Bieten Sie zum Beispiel eine altersorientierte Laufbahngestaltung oder qualifikationsfördernde Gruppenarbeit.
  • Selbstlernmodelle nutzen: Im Idealfall sollte die Tätigkeit den individuellen Voraussetzungen der Mitarbeiter entsprechen. Stellen Sie bei Weiterbildungen sicher, dass Lernende ihr Lerntempo selber bestimmen können, neue Lerninhalte an bekannte anknüpfen und Erfahrungswissen berücksichtigt wird. Setzen Sie auf Selbstlernen durch Beobachten und Ausprobieren – denn Lernen mit Spaß ist die effektivste Lernerfahrung!

Quellen:

Bertelsmann Stiftung (2006), „Älter werden – aktiv bleiben?! – Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage unter Erwerbstätigen in Deutschland“, Bertelsmann Stiftung & TNS Emnid, Gütersloh

Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (2008), „Alles grau in grau? – Älter werdende Belegschaften und Büroarbeit“, Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, 2. Auflage, korrigierter Nachdruck, Dortmund-Dorstfeld

DIA (2005), „Arbeiten nach dem Arbeitsleben – Erwerbstätigkeit im Ruhestand“, Deutsches Institut für Altersvorsorge, Köln

Bildquelle: Rainer Sturm pixelio.de