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Psychische Belastungen
am Arbeitsplatz richtig erfassen –

Burnout und andere
psychische Erkrankungen vermeiden

Auch wenn der Krankenstand im Bundesdurchschnitt gesunken ist – die Fehltage aufgrund von Arbeitsunfähigkeit mit psychischem Hintergrund sind gestiegen.
Psychische Erkrankungen sind für einen Großteil
der Fehlzeiten von Arbeitnehmern verantwortlich.

Bildquelle: Fotolia

Laut Gesundheitsreport der Krankenkasse Barmer GEK belegen sie Platz zwei nach Muskel-Skelett-Erkrankungen.

Im Durchschnitt dauern psychische Erkrankungen mit knapp 42 Arbeitsunfähigkeitstagen je Fall am längsten.

Auch Ihr Team kann es treffen.

Die Wahrscheinlichkeit, dass dieser Fall eintritt, ist statistisch belegt.

Jedes Jahr sind 33,3% der Bevölkerung von mindestens einer psychischen Störung betroffen (DEGS – Studie 2012).

Wenn Sie die 15-65jährigen betrachten, können Sie davon ausgehen, dass wahrscheinlich in einem Team mit 10 Mitarbeitern, ein bis zwei Mitarbeiter von einer psychischen Erkrankung betroffen sind oder sich in einer schwierigen Situation mit Krankheitswert befinden.

Es ist die Pflicht jedes Arbeitgebers, eine Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen am Arbeitsplatz vorzunehmen oder eine Person mit Fachkenntnissen damit zu beauftragen.

Die Gefährdungsbeurteilung auch von psychischen Belastungen bei der Arbeit ist seit dem 25.09.2013 im Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) festgeschrieben.

Der Bundesrat hatte am 20.09.2013 dem „Gesetz zur Neuorganisation der bundesunmittelbaren Unfallkassen“ zugestimmt. Darin enthalten waren Änderungen des Arbeitsschutzgesetzes, in denen klar zum Ausdruck kommt, dass psychische Belastungen zu berücksichtigen sind. Zudem müssen jetzt auch Kleinbetriebe (bis maximal zehn Beschäftigte) das Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung, die von Arbeitgeber festgelegten Maßnahmen des Arbeitsschutzes und das Ergebnis deren Überprüfung dokumentieren.

Die bisherige Herausnahme von Kleinbetrieben aus der Dokumentationspflicht wurde gestrichen.

Psychische Erkrankungen zu verhindern geht alle etwas an.

Auch wenn die Verantwortung beim Arbeitgeber liegt, so haben Sie als Arbeitnehmervertretung die Aufgabe, den Kolleginnen und Kollegen, die unter psychischen Belastungen leiden, zu helfen.

Durch Ihre Unterstützung können Missstände, die zu psychischen Belastungen bei den Kolleginnen und Kollegen führen aufgedeckt werden und Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeitssituation imitiert und umgesetzt werden.

Durch Ihr Engagement verringern Sie die wirtschaftlichen Schäden, die aus Fehlzeiten wegen psychischer Belastung entstehen.

Checkliste: Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen am Arbeitsplatz

  1. Erkennen von Tätigkeiten und Bereichen: Bei welchen Tätigkeiten am Arbeitsplatz sind psychische Belastungen wahrscheinlich? Sollen alle Abteilungen beurteilt werden oder können Bereichen als eine Einheit betrachtet werden?
  2. Ermittlungen der genauen Belastungen: Tragen Sie alle Informationen zu den psychischen Belastungen zusammen. Sie haben mehrere Möglichkeiten der Erfassung: Mündliche Mitarbeiterbefragungen (standardisierte Fragebögen und Checklisten) und auch ein Fragebogen zu der psychischen Belastung am Arbeitsplatz, der schriftlich oder online ausgefüllt werden kann.
  3. Auswertung und Beurteilung: Ob das Arbeitsschutzgesetz und entsprechende Maßnahmen angewandt werden müssen, wird in der Beurteilung der gesammelten Daten festgestellt. Hierzu können arbeitswissenschaftliche Kriterien, empirische Vergleichswerte oder auch Workshops herangezogen werden. Im letzteren Fall beraten Mitarbeiter, Vorgesetzte und fachkundige Experten, ob Maßnahmen notwendig sind, um die psychische Belastung am Arbeitsplatz zu senken.
  4. Maßnahmen-Entwicklung und -umsetzung: Je nachdem welche psychischen Gefahren bestehen, müssen Gegenmaßnahmen erfolgen. So muss das psychologische Gefahrenpotential bei der Arbeitsorganisation, der Arbeitsumgebung, der Aufgabeneinteilung und den sozialen Beziehungen bei Bedarf durch Maßnahmen verringert werden.
  5. Wirksamkeitskontrolle: Die verantwortliche Person muss erfassen, ob die Gegenmaßnahmen Erfolg haben. Eine Evaluation der erfolgten Maßnahmen auf deren Wirksamkeit ist nach einem fest vereinbarten Zeitraum notwendig.
  6. Aktualität und Dauerhaftigkeit: Fördern Arbeitgeber den Arbeitsschutz dauerhaft, können psychische Belastungen am Arbeitsplatz weitestgehend vermieden werden. Deshalb müssen Gefährdungsbeurteilungen kontinuierlich stattfinden und auf aktuellen Erkenntnissen beruhen. Verändern sich Arbeitsbedingungen, muss auch die Durchführung der psychischen Gefährdungsbeurteilung aktualisiert werden.
  7. Dokumentation: § 6 Arbeitsschutzgesetz schreibt vor, dass die Beurteilung in jedem Fall dokumentiert werden muss. Die zuständigen Behörden müssen den angemessenen Ablauf der Evaluation nachvollziehen können.

Checkliste als Download:
Checkliste Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen

Sie wollen die Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen am Arbeitsplatz durchführen und wollen mehr erfahren, dann freue ich mich über Ihren Anruf oder eine E-Mail von Ihnen.

Telefon: 04131-92 15 97 oder coaching@solveigboy.de